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Heute in Kraft: Ein Jagdgesetz auf Kosten des Wolfs

Heute ist in Niederösterreich ein neues Jagdgesetz in Kraft getreten. Für den Wolf bedeutet dieser Tag keinen Schritt nach vorne, sondern einen weiteren Rückschritt. Unter dem Schlagwort „Sicherheit“ wird sein Schutz erneut aufgeweicht – mit Regeln, die weder wissenschaftlich fundiert noch ökologisch verantwortbar sind.

Der Abschuss von Wölfen wird erleichtert, obwohl sich die Art in Österreich weiterhin in einem offiziell ungünstigen Erhaltungszustand befindet. An die Stelle einer sachlichen, fachlich fundierten Verhaltensbewertung tritt eine starre 100-Meter-Regel, die Sicherheit vorgaukelt, in Wahrheit aber Angst und Abschusslogik festschreibt.

„Das ist ein Gesetz, das sich die Jäger wohl selbst geschrieben haben.
Der Wolf wird damit faktisch zum Abschuss freigegeben.“

– Gerald Friedl, Obmann Wölfe in Österreich

Gerade jetzt wäre Zurückhaltung notwendig. Das Verschwinden des Allentsteig-Rudels zeigt deutlich, wie fragil die Wolfspopulation in Österreich weiterhin ist. Jeder zusätzliche Abschuss kann bestehende Rudelstrukturen zerstören und die ohnehin kleine Population weiter schwächen.

Der Wolf ist kein Symbolproblem und kein politisches Feindbild. Er ist ein Teil unserer heimischen Natur – scheu, anpassungsfähig und ökologisch wertvoll. Wer seinen Schutz abbaut, nimmt bewusst in Kauf, dass Konflikte nicht gelöst, sondern verschärft werden.

Wir stehen für einen anderen Weg: für Wissenschaft statt Symbolpolitik, für Prävention statt Abschüsse und für ein Recht, das schützt, statt zu kapitulieren. Der Wolf braucht jetzt unsere Stimme – und wir werden sie erheben.

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