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Endlich hat es Bauern mit Herdenschutz erwischt.

Vier tote Lämmer in Nauders – und manche Vertreter der Landwirtschaft glaubten sofort, endlich den Beweis zu haben: Herdenschutz funktioniert nicht.

Dabei hätten sie die Aussagen des betroffenen Bauern genauer lesen sollen.

„Ohne die Hunde wäre es ein Blutbad geworden“

Der Wolf konnte trotz Zaun und Herdenschutzhunden in die Herde eindringen. Vier Lämmer starben. Doch die Hunde griffen ein und vertrieben ihn.

Der Bauer selbst sagt: Ohne die Hunde wäre es ein Blutbad geworden.

Vier tote Tiere sind vier zu viel. Aber wenn Herdenschutzhunde einen Angriff beenden und weitere Verluste verhindern, dann ist das kein vollständiges Versagen des Herdenschutzes.

Hört der Bauer jetzt mit Herdenschutz auf? Nein.

Im Gegenteil: Er macht weiter und verstärkt den Herdenschutz mit einem weiteren Hund.

Genau so reagiert ein intelligenter Mensch auf einen Rückschlag: Nicht aufgeben, sondern analysieren und verbessern.

Die entscheidende Frage: Warum war der Wolf überhaupt dort?

Laut Herdenschutzexperten befanden sich in der Umgebung weiterhin ungeschützte Schafe, obwohl die Anwesenheit eines Wolfs bekannt war.

Ob das direkt zum Angriff auf die geschützte Koppel führte, muss untersucht werden. Aber eine Sache ist klar: Herdenschutz funktioniert nicht isoliert. Wenn rundherum weiterhin leicht erreichbare Weidetiere stehen, muss das gesamte Weidemanagement betrachtet werden.

Was die aktuelle Forschung für Österreichs Almen sagt

Die Studie von Faffelberger und Knauer zeigt: Auch auf österreichischen Almen sind Herdenschutzmaßnahmen umsetzbar – vor allem durch eine Kombination aus:

Elektrische Zäune

Behirtung

Herdenschutzhunde

Elektrische Nachtpferche

Die Kombination mehrerer Maßnahmen

Entscheidend ist die Anpassung an die jeweilige Alm und die Kombination geeigneter Maßnahmen.

Rückschläge ändern nichts an der Realität

Einzelne Risse wird es trotz Herdenschutz geben. Aber Abschüsse ersetzen keine Prävention.

Der Wolf bleibt. Und die Bauern, die auch künftig Tiere auf Almen halten wollen, werden jene sein, die auf wirksamen Herdenschutz setzen!

Der eigentliche Beweis aus Nauders

Der Wolf konnte eindringen. Vier Lämmer starben.

Aber:

Respekt für einen Bauern, der die Zeichen der Zeit erkannt hat

Christoph Salzgeber reagiert nicht mit Aufgabe, sondern mit Anpassung.

Dafür verdient er Respekt.

Vielleicht sollten all jene, die jetzt Schadenfreude zeigen und den Fall als Beweis gegen Herdenschutz feiern, die Worte des Bauern noch einmal lesen.

Der Herdenschutz bleibt. Die Beweidung bleibt. Und der Schutz wird verstärkt.

Das ist kein Beweis gegen Herdenschutz.

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