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Der steirische Wolf als Offenbarungseid der Agrarpolitik

Die Stellungnahme von Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger zur Entnahmefreigabe eines sogenannten „Schadwolfs“ ist kein Beweis für funktionierendes Prädatorenmanagement. Sie zeigt vielmehr, wie sehr Teile der Agrarpolitik den gesellschaftlichen Wandel verschlafen haben.

Es geht längst nicht mehr nur um Kritik von Veganerinnen und Veganern. Es geht um Tierwohl, öffentliche Gelder, Transparenz, Biodiversität, Tierhaltung und die Frage, wofür Landwirtschaft heute gesellschaftliche Unterstützung erhält.

Gerade deshalb wirkt der Jubel über eine Abschussfreigabe wie ein Rückfall in alte Reflexpolitik. Statt zu fragen, warum Prävention, Monitoring und Unterstützung für Betriebe nicht ausreichend funktioniert haben, wird zur Waffe gegriffen – und das als „ermutigendes Signal“ verkauft.

Die Steiermark wusste seit Jahren, dass Wölfe zurückkehren. Trotzdem wurde kein dauerhaft tragfähiges Herdenschutzsystem aufgebaut. Die bisherige Förderung war befristet und begrenzt; aktuell werden in der Steiermark keine Herdenschutzmaßnahmen gefördert.

Das ist der eigentliche Skandal: Erst wird kein funktionierender Schutz finanziert. Dann werden betroffene Tierhalter politisch als Opfer präsentiert. Und am Ende soll der Abschuss eines einzelnen Wolfs den Eindruck erwecken, als habe das System funktioniert.

Ein Abschuss baut keinen Zaun. Ein Abschuss bezahlt keinen Hirten. Ein Abschuss ersetzt kein Monitoring. Und ein Abschuss verhindert nicht, dass der nächste Wolf oder Goldschakal kommt.

Die Landwirtschaftskammer müsste an der Spitze eines modernen Herdenschutzprogramms stehen. Stattdessen wird ein toter Wolf als politischer Erfolg verkauft.

Das ist keine Zukunftspolitik. Das ist Mittelalterpolitik im Jagdgewand.

Die ehrliche Antwort lautet daher: Dieser Fall beweist nicht, dass das steirische Prädatorenmanagement funktioniert. Er beweist, dass Prävention, Monitoring und politische Verantwortung jahrelang nicht ausreichend ernst genommen wurden. Wer den Wolf erst dann managt, wenn das Schaf tot ist, betreibt kein Management. Er verwaltet das eigene Versagen.

1 Kommentar zu „Der steirische Wolf als Offenbarungseid der Agrarpolitik“

  1. Das zeigt das ganze Dilemma ind OE. K e i n e Herdenschutzfoerderung Information und Kontrolle Statt Aufklaerung bedeutsame Mitgeschoepfe mit Todesurteilen als Suendenboecke und Freiwild bestrafen Es sind geschuetzte Lebewesen die Wertschaetzung und Schutz verdient haben Die faschistoide Grundhaltung von Jagd und Landwirtschaft ist erbaermlich und ein Beispiel gegen wissenschaftliche Erkenntnisse Lebensrecht und Lebensraum von Schoepfung nm zu missbrauchen und zu verraten so wie sie es seit Jahrzehnten mit Fuchs Dachs Mardern Rabenvoegeln u.a. vollziehen jetzt Goldschakalen und Woelfen Das ist Mittelalter Aber nicht 21.Jahrhundert im 6.Artensterben

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