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Forschungswolf erschossen – das systematische Töten von Wölfen in Kärnten geht weiter

Ein Jäger hat in Obervellach (Kärnten) einen wissenschaftlich besenderten Wolf erschossen. Kein anonymer Einzelvorfall, kein „bedauerlicher Zwischenfall“, sondern ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die uns zunehmend sprachlos macht.

Dieser Wolf war kein „Problemwolf“. Er war Teil eines grenzüberschreitenden Forschungsprojekts der Universität Udine, ein Tier, das wertvolle Daten über Wanderbewegungen, Lebensräume und die fragile alpine Wolfspopulation lieferte. Er stammte ursprünglich aus Italien – ein Symbol dafür, dass der Wolf kein nationales Thema ist, sondern ein europäisches. Mit einem Schuss wurde nicht nur ein Tier getötet, sondern auch ein Stück Wissen ausgelöscht.

Seit Inkrafttreten der Kärntner Wolfsverordnung im Jahr 2022 wurden in Kärnten über 30 Wölfe geschossen – allein 5 in 2026. Was als Ausnahme gedacht war, ist zur Routine geworden. Und mit jeder weiteren Entnahme verschiebt sich eine Grenze – rechtlich, politisch und gesellschaftlich.

Besonders beunruhigend ist, dass Bewegungsdaten dieses Wolfs bereits vor seinem Tod in sozialen Medien kursierten. Anstatt sensibel mit Forschungsdaten umzugehen und Tiere unter besonderem Schutz zu stellen, wurde weggesehen. Der Abschuss war damit kein Zufall, sondern vorhersehbar.

Gleichzeitig meldet Österreich der Europäischen Union offiziell einen ungünstigen Erhaltungszustand des Wolfs und ein unzureichendes Monitoring. Abschüsse finden dennoch statt – inzwischen sogar ohne transparente Veröffentlichung durch das Land Kärnten. Was früher öffentlich gemacht wurde, verschwindet nun zunehmend aus dem Blickfeld.

Wir erleben derzeit einen spürbaren Stimmungswandel. Viele Menschen sind diese Eskalation leid. Sie wollen keine Politik, die Konflikte verschärft, Forschung untergräbt und europäisches Artenschutzrecht zur Verhandlungsmasse macht.

Der Tod dieses Forschungswolfs ist kein Versehen. Er ist das Ergebnis einer Linie, die Warnungen ignoriert, Grenzen verschiebt und Verantwortung weiterreicht – bis am Ende wieder ein Tier tot im Wald liegt.

Wir finden: So darf es nicht weitergehen.

Verein Wölfe in Österreich

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